Skip to main content

                Trout Master                SPRO                Gamakatsu                Strategy                Freestyle                Cresta 

                Trout Master                SPRO                Gamakatsu                Strategy                Freestyle                Cresta 

                Trout Master                SPRO                Gamakatsu                Strategy                Freestyle                Cresta 

                Trout Master                SPRO                Gamakatsu                Strategy                Freestyle                Cresta 

Der Weg zum Ausnahmefisch – Eine Geschichte von Waldemar Merdian

By 13. Februar 2022Erfahrungen

Du kennst es, ich kenne es und jeder Mensch, der unsere Leidenschaft teilt, kennt es auch. Es liegt wohl in der Natur des Anglers, sein Leben lang auf den einen Moment hinzuarbeiten, auf diesen einen Fisch, von dem man immer geträumt hat. Egal auf welche Fischart man sich spezialisiert hat, das Ziel ist immer das gleiche. Für einige mag es ein besonders schöner Fisch sein, für andere ein besonders großer oder sogar beides zusammen.

Für mich persönlich war diese Forelle die zweitgrößte in meiner 35-jährigen Karriere als Forellenangler. Das bedeutet, dass ich zuvor bereits mit solch einem Prachtexemplar belohnt wurde, was das Erlebnis aber in keinerlei Hinsicht schmälert. Viele Jahre liegt dieses Ereignis bereits zurück, hunderte Tage am Wasser, tausende von Stunden. Betrachtet man diese Faktoren, begreift man, dass der Weg einen großen Teil des Ziels ausmacht. Hält man seinen Fang letztendlich in den Armen, belohnt man sich für die wunderschöne aber doch harte Arbeit.

Doch wie habe ich mein Ziel erreicht, eine Forelle jenseits der 10 Kg Marke zu überlisten?

Schließlich spielen unzählige Umstände eine Rolle. Auf die wichtigsten werde ich im Folgenden eingehen.

 

Das Erlebnis

Es war ein kalter und stürmischer Tag im Februar, an dem die Regenphasen gegenüber den trockenen Momenten klar in der Mehrzahl waren. Mein Kumpel Achraf und ich hatten uns einen ruhigen Bereich des Weihers ausgesucht und boten jeweils eine passive und eine aktive Rute im Randbereich an. Das Beißverhalten der Forellen war an diesem Tag eher unterdurchschnittlich und von den wenigen kleineren Lachsforellen, die wir fangen konnten, bissen alle auf die stille Rute. Es gibt einfach Tage, an denen das Schleppen nicht von Erfolg gekrönt ist, egal was man versucht. Umso wichtiger ist es dann, die raren Bisse auch zu verwerten.

Die erste Hälfte des Angeltages war bereits vorüber, der Wind peitschte uns ins Gesicht und fegte über den See. Wir konnten unsere Posen zwischen den Wellen kaum noch erkennen. Als ich meine Standrute einholen wollte, um sie neu zu beködern, bemerkte ich plötzlich eine Veränderung! Die zuvor gespannte Schnur war schlaff geworden und zeigte in eine andere Richtung als vorher. Für mich ein klarer Indikator – dafür war ein Fisch verantwortlich. Unsicher, ob es sich um einen Schnurschwimmer oder einen Biss handelte, nahm ich langsam Kontakt auf und spürte einen dezenten Widerstand. Zwar wusste ich zu diesem Zeitpunkt noch nicht, was sich am anderen Ende der Leine befand, doch genau das ist es, was jeden Fischkontakt mit einer Menge Adrenalin verbindet. Ich prüfte noch einmal die Bremseinstellung und setzte den Anhieb.

Obwohl mittlerweile ca. 20 Meter Schnur zwischen der Forelle und mir lagen, spürte ich es sofort – das war ein großer Fisch.

Es folgten unzählige aggressive Fluchten, die mir alles abverlangten. In so einem Moment entscheidet die Konzentration über Erfolg oder Misserfolg. Meine weich gewordenen Knie und die Aufregung der anderen Angler, die sich mittlerweile eingefunden hatten um das Spektakel mit anzusehen, machten es nicht leichter. Hinzu kam, dass auf Achraf die große Verantwortung des Kescherns lastete. Timing ist dabei das Wichtigste.

Nach einer gefühlten Ewigkeit schaffte ich es doch, die nun erschöpfte Forelle ins Netz zu ziehen. Ein Gefühl der absoluten Erleichterung und Freude überkam uns alle. Ich denke, diesen Moment mit Gleichgesinnten teilen zu dürfen ist die Krönung des gesamten Erlebnisses. Ein Moment, den ich wohl nie vergessen werde.

Eine_Geschichte_von_Waldemar_Merdian_01

Der richtige Zeitpunkt

Eines steht fest – wer öfter am Wasser ist hat auch mehr Chancen zum Erfolg zu kommen. Da sich alle Salmoniden im kalten Wasser wohlfühlen und durch die Kälte der Stoffwechsel hochgefahren wird, ist die Zeit zwischen Oktober und März am ertragreichsten. In dieser Periode liegt die Wassertemperatur meist konstant unter 10 Grad, was besonders für die größeren Exemplare unerlässlich ist. Meine Devise lautet dabei: Es gibt kein schlechtes Wetter, sondern nur die falsche Kleidung! Die richtigen Klamotten für den Winter findest Du bei Gamakatsu.

Informationen einholen

Wo gibt es solche Fische überhaupt? Natürlich solltest Du dich im Vorhinein genau informieren, an welchen Anlagen Forellen dieser Größenordnung besetzt werden. Das mache ich z.B. über die Webseiten und Social Media Accounts der Angelparks bzw. über unseren eigenen Forellensee Finder. Häufig lohnt es sich auch, die Betreiber telefonisch zu kontaktieren. Solche Fische sind selten und werden daher nur nach Verfügbarkeit besetzt.

Standplätze

An größeren Teichanlagen ist eine gute Kenntnis der Standplätze essenziell. Wo sind die Hot-Spots? Das kann je nach Jahreszeit und sogar tagtäglich variieren. Ich persönlich vertraue dabei nicht nur auf meine eigenen Erfahrungswerte, sondern hole mir auch regelmäßig Informationen über Angelkollegen und Freunde ein. Dabei ist zu beachten, dass die von Großforellen bevorzugten Standplätze nicht immer mit den Lieblingsplätzen der kleineren Salmoniden übereinstimmen. Entscheidend sind dafür Strukturen im Teich und meiner Meinung nach vor allem Zonen, in denen ein geringerer Angeldruck herrscht. Ein beruhigter Bereich stellt einen geschützten Rückzugsort dar, an dem sich die XXL-Forellen besonders sicher fühlen.

Durch meine regelmäßigen Besuche an der Barweiler Mühle kannte ich bereits die besten Stellen, habe mich parallel aber auch über Bekannte schlau gemacht.

Das Material

Das Angelgerät sollte auf die Größe der Fische angepasst sein. So vermeidest Du unschöne Abrisse und dem spannenden, fairen Drill steht nichts im Weg.

Die Rute sollte sensibel genug sein, um einen sanften Biss zu erkennen und zeitgleich genug Power und Rückgrat haben, um einem Teichmonster Parole zu bieten. Meine Lieblingsrute, die Pro Lake, ist genau für diese Situationen entwickelt worden. Sie ist mein stetiger Begleiter und war auch dieses Mal ein maßgeblicher Bestandteil meines Erfolges.

Als Rolle setze ich die Red Arc von SPRO ein. Sie ist kompakt, leicht und sehr robust. Die Größe und das Schnurfassungsvermögen sollte an die Größe des zu befischenden Gewässers angepasst sein. Für meine Verhältnisse reichen die Größen 1.000 bis 2.000 in der Regel völlig aus. Es kommt nicht immer auf große Wurfdistanzen an! Große Forellen ziehen meist an den Uferkanten entlang.
Genauso wichtig wie die verwendete Rolle ist die richtige Bremseinstellung. Stelle sie lieber etwas zu schwach ein, damit explosive Fluchten abgefedert werden können.
Bestückt sind meine Rollen für das Projekt „Ausnahmefisch“ mit Mono (monofile Schnur) eines 0,20 mm starken Durchmessers. Diese verbinde ich über einen 5-fach Wirbel, der eine Verdrallung der Schnur verhindert, mit einem gleich starken Vorfach (Gamakatsu Hooklength Link).

Welche Methoden sollte ich verwenden?

Das Vertrauen in die Montage ist das A und O. Du solltest dich beim Angeln wohlfühlen, es sollte Spaß machen und Du solltest deinen Knoten vertrauen können. Es gibt allerdings einige zusätzliche Möglichkeiten, deine Chancen zu optimieren: Je größer der Fisch, desto träger und langsamer ist er in seinem Verhalten. Aus diesem Grund gilt es auch, seine Technik daran anzupassen. Diese beinhaltet sowohl die richtige Montage als auch die Art der Köderpräsentation. Im Allgemeinen muss die aktiv verwendete Rute mit einer Montage bestückt sein, die eine extrem langsame Köderpräsentation ermöglicht. Die meisten Erfolge konnte ich mit der geschleppten Posenmontage (Turbo Silent Set) verzeichnen. Dabei lasse ich den Köder in jeder ausgefischten Bahn immer wieder stehen, um einem potenziellen Verfolger die Möglichkeit zum Biss zu geben.
Die passive Rute bestücke ich gern mit dem Bottom Stick (Bodentaster) oder einer Posenmontage mit Glas (Turbo Silent Float Set Glass). Die Pose lässt mich Bisse schneller erkennen als beim Bodentaster, während das Glas im Vergleich zum Blei nahezu keinen Widerstand für den Fisch darstellt.

An diesem Tag brachte mich die stehende Rute in Kombination mit der Pose und Glas zum Erfolg. Dabei habe ich einen großen Abstand zwischen der Pose und dem Wirbel eingestellt um den Köder auftreibend vom Grund anzubieten. Auf dem ebenfalls langen Vorfach habe ich ein kleines Schrotblei platziert und damit die Tiefe eingestellt. Mein Gefühl, den Köder im Mittelwasser zu präsentieren, hat mich dieses Mal nicht getäuscht.

Der richtige Köder

Wie sollte es auch anders sein? Über einige Jahre hat sich die Pro Paste mittlerweile als wahre Waffe bei der Jagd auf riesige Forellen bewährt. Wenn ich ehrlich bin, hat es mich nicht verwundert, dass sie mich auch jetzt zum Fisch gebracht hat. Das ist allerdings nur meine subjektive Meinung. Grundsätzlich kannst Du auch mit deinem Lieblingsköder den Fisch deines Lebens fangen, solange Du ihn richtig einsetzt.

Fange deine Traumforelle

Ich wünsche Dir viel Erfolg auf dem Weg zu deiner Traumforelle. Denke immer daran, Angeln sollte vor Allem Spaß machen. Wenn Du zu verbissen an die Sache herangehst, wird es sowieso nichts. Wenn alle Faktoren zusammenpassen, wird es irgendwann passieren, irgendwo und in einem Moment, in dem Du nicht damit rechnest.

Petri Heil!

Euer Waldemar

Eine_Geschichte_von_Waldemar_Merdian_02